xxx Bücher in 365 Tagen – Dezember 2016

Wie gut, dass ich mich vor Jahren von der Verpflichtung entbunden habe, irgend jemanden mit Geschenken zu Weihnachten zu bedenken. Man hat so viel mehr Zeit! Und die investiere ich in – nervenschonendes Lesen.

3.12.2016

Bild: Aufbau
Bild: Aufbau

Mark Twain: Meine geheime Autobiographie (Aufbau, 2012, 2 Bände im Schuber, 1129 Seiten, € 59,90)

Nach Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuern schien es an der Zeit, sich auch ein wenig mit dem Autor, Mark Twain, zu beschäftigen. In unserer Bücherei habe ich seine Geheime Autobiographie gefunden, die sich beim besten Willen nicht als Zuglektüre eignet, höchstens die Hörversion, die noch der fantastische Harry Rowohlt eingelesen hat.

10.12.2016

Bild: Kiepenheuer & Witsch
Bild: Kiepenheuer & Witsch

E. L. Doctorow: Homer & Langley (Kiepenheuer & Witsch, Köln 2011, 224 Seiten, € 18,99)

Wow. Was für ein Kleinod. Ein fulminanter Ritt durch die amerikanische Geschichte vom ersten Weltkrieg bis in die Hippie-Zeit. Und ein Beweis, dass man für so etwas nicht immer 800 Seiten benötigt. Der beste Doctorow, den ich bisher gelesen habe. (Ragtime war ebenfalls sehr gut.)

 

 

Bild: Random House Audio
Bild: Random House Audio

Mark Twain: Meine geheime Autobiographie, gelesen von Harry Rowohlt (Random House Audio, 2012, gekürzte Lesung, 4 CDs, 300 Minuten, € 19,99)

Ich war dann doch zu faul für die gedruckte Autobiographie und habe mir das gekürzte Hörerlebnis gegönnt – in der sehr passenden Interpretation des großen Erzählers H. Rowohlt (dummerweise schlafe ich bei seiner Großvaterstimme häufig ein; das Hörbuch werde ich mir daher noch einige Male zu Gemüte führen „müssen“).

Verrückt, böse, selbstironisch, eloquent, witzig.

14.12.2016

Bild: Allegria
Bild: Allegria

Helen Macdonald: H wie Habicht (Allegria, Berlin 2015, 416 Seiten, € 20,-)

Empfohlen bekommen und direkt in der Bücherei erjagt.

Die Geschichte einer Trauerverarbeitung, einer Metamorphose von Menschlichem in Animalisches, eine Mischung aus Autobiographischem, Sachbuch über die Falknerei, in Prosa, die hie und da wie Poesie anmutet. Nur eins der Geschenke von Helen Macdonald: Sie führt in Leben und Werk von T. H. White ein, der sich aus der Qual des Menschlichen zu Tieren hingezogen fühlte und einen Falken abrichtete.

Über White: „Als ich meinen Habicht abtrug, hielt ich gewissermaßen stille Zwiesprache mit den Taten und Werken eines längst verstorbenen Mannes, der argwöhnisch, mürrisch und entschlossen war zu verzweifeln (…) eines Mannes, der die Natur liebte, der von ihr überrascht und bezaubert war und dem es in ihr nie langweilig wurde. Er konnte Sätze schreiben wie: ‚Eine Elster fliegt wie eine Bratpfanne!‘, voller Freude, wieder etwas Neues in der Welt entdeckt zu haben. Diese Freude, dieses kindliche Entzücken, das Staunen über das Leben von Geschöpfen, die es außer dem Menschen noch gibt – das ist es, was ich an White am meisten liebe.“

18.12.2016

Bild: Tacheles/Roof Music
Bild: Tacheles/Roof Music

T. H. White: Der König auf Camelot. Teil 1-4, gelesen von Jochen Malmsheimer (Tacheles/Roof Music, Bochum 2016, vollständige Lesung, 4 MP3-CDs, 24 Stunden, 25 Minuten, € 19,99)

Ein Sprecher, hundert Stimmen. Ungekürzt. Toll. Angeregt durch Macdonald habe ich mich noch einmal ausgiebig an der Hörfassung des König auf Camelot gelabt. Einzig Das Buch Merlin gibt es nur zum Selberlesen, folgt in Kürze.

 

23.12.2016

Bild: btb
Bild: btb

E. L. Doctorow: Das Wasserwerk (btb, München 1997, 283 Seiten, antiquarisch)

Schwach im Vergleich zu Ragtime und Homer & Langley. Spannend aber die eingewobene Geschichte des Zeitungswesens und der Recherchemöglichkeiten lange vor Google & Online-Archiven.

 

 

27.12.2016

Bild: Manhattan
Bild: Manhattan

Terry Pratchett: Die Krone des Schäfers (Manhattan, München 2015, 384 Seiten, € 17,99)

Terry Pratchetts letztes Werk. Ein trauriger, ein guter Abschluss mit Aufgebot aller vorhandenen Hexen.

 

 

seit Mai 2016, gegenseitig vorgelesen mit MFV

der-zauberberg
Bild: Fischer

Thomas Mann: Der Zauberberg (Fischer, 20. Auflage, Frankfurt am Main 1991, 1008 Seiten, € 12,95)

Alles beginnt und endet auf dem Zauberberg.

Thomas Mann ist überall.

Ob man – wie Herrndorf vorschlägt – noch einmal sämtliche Kapitel über die Zeit liest?

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