»Landluft macht frei!«

Die völkisch-esoterische Anastasia-Bewegung ist im deutschen Osten auf dem Vormarsch

»Wir fühlen uns frei und souverän geboren, bereit, mit jedem Menschen jeder Weltanschauung ins Gespräch zu kommen. Wir sind frei von Rechts-links-Denken.« So steht es auf der »Netzseite« von Iris und Markus vom Stamm Krause, die in Grabow, einem 240-Seelen-Dorf in Brandenburg, gemeinsam mit 16 weiteren Menschen auf derzeit 23 Hektar eine völkische Siedlung aufbauen. »Wir stehen dafür, dass jedes Dorf und jede Stadt für sich selbst frei entscheiden kann, wie es mit der Einwanderung umgeht«, Weiterlesen „»Landluft macht frei!«“

Ab mit Impfschaden

»Impfen. Das Verb war ursprünglich ein Fachwort des Obst- und Gartenbaues mit der Bedeutung ›ein Pfropfreis einsetzen, veredeln‹ … Im 18. Jahrhundert wurde ›impfen‹ in die medizinische Fachsprache übernommen mit der Bedeutung ›Krankheitserreger in abgeschwächter Form in den Körper übertragen zum Zwecke der Immunisierung gegen ansteckende Krankheiten‹.« (Duden: Das Herkunftswörterbuch)

Impfen ist also in zweifacher Hinsicht eine kulturelle Errungenschaft. Weiterlesen „Ab mit Impfschaden“

I want to believe

Brunnenvergiftung heißt heute "Chemtrails"Chemtrails, New World Order, Zwangsimpfungen und Bevölkerungsaustausch – Verschwörungstheorien sind durch das Internet präsenter denn je.

»Dieser geheime Informant, der Sie angerufen hat, woher wissen wir, dass das nicht einer dieser Spinner ist, der sein enzyklopädisches Wissen über außerirdisches Leben aus Wiederholungen von ›Raumschiff Enterprise‹ bezieht?« – Dana Scully in »Akte X«

Believe the lie

Ich war 14, als die Fernsehserie »Akte X« ihren Zenit erreichte. Meine Freundinnen und ich gehörten damals zu den X-Philes, die die Folgen auf Videokassetten mitschnitten, Dialoge mitsprechen und die Folgen aufzählen konnten, in denen die beiden Agenten keinen Ford Taurus fahren. Uns war natürlich klar, dass die Welt(all)verschwörungen um Schattenregierungen und Alien-Invasionen Quatsch sind. Weiterlesen „I want to believe“

Vortrag „Tierliebe und Menschenhass“

Liebe Vortragsinteressierte,

derzeit entsteht, basierend auf dem Vortrag „Tierliebe und Menschenhass“, ein Buch, das im Herbst 2019 im „konkret“-Verlag erscheinen wird. Vor Erscheinen ist es mir zeitlich leider nicht möglich, weitere Vortragstermine wahrzunehmen. Ab Januar 2020 wieder gerne – Anfragen bitte an: aufdemnachttisch [at] gmx.de. Vielen Dank für Verständnis und Geduld.

Kommende Termine:

12.12.2019 Stuttgart

10.1.2020 Oldenburg

Zum Inhalt:

Der Veganismus hat Probleme: seine Popularität und seine Anhängerinnen. Der Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen verkündet stolz, „Vollveganer“ zu sein. Der Rechtsesoteriker Ruediger Dahlke bereichert den Buchmarkt jedes Jahr mit einem neuen veganen „Peace Food“-Kochbuch. Holocaust-Relativierungen sind aus Diskussionen um die Ethik der Ernährung nicht wegzudenken.

In einer als unübersichtlich und chaotisch wahrgenommenen Umwelt, in der das Individuum keine Rolle spielt, scheint für manche Menschen alles, was mit dem nichtssagenden Label „alternativ“ versehen ist, ein erstrebenswerter Ort der Selbstbestimmtheit zu sein, der die Rückgewinnung von Kontrolle verspricht. Die bewusst gewählte und individuell gestaltete Lebensweise mit starker Betonung der Ernährung wird für manche zum ordnenden Korrektiv. Zum Tragen kommt auch hier die neoliberale Vorstellung von Freiheit, wo jede Einzelne ihr Identity-Ticket zieht und stolz präsentiert. Doch die Verheißung mittels Konversion zum Veganismus zu den Guten zu gehören, die nicht den Planeten zerstören und kein (Tier-)Leid anrichten, ist eine Illusion. Wird Veganismus zur bestimmenden Lebensweise und Weltanschauung, gehen mit ihm häufig eine Art Auserwähltheitsglaube sowie eine Religiosität zusammen, die sich sektenähnlich manifestieren kann.

Weite Teile der veganen Tierrechtsbewegung begrüßen Rassistinnen, Ökofaschistinnen und andere Menschenfeinde an Infoständen, auf Demonstrationen und als ihre medial wirksamen Fürsprecherinnen – der Schlachtruf lautet: „Hauptsache für die Tiere!“ Mira Landwehr erklärt, warum Tierliebe und Menschenhass so nah beieinander liegen und warum es so schwer ist, mit Leuten in der Szene darüber zu sprechen.

Vegane Muttis mit Globuli-Hausapotheke

Sucht man nach veganen Familien im Internet, spuckt die Suchmaschine als ersten Treffer Vegane-Familien.de aus, die die Ernährungsberaterin Carmen Hercegfi betreibt. Herzegfi macht derzeit eine Heilpraktikerinnenausbildung an der Fernschule Isolde Richter[i] und plant im Anschluss „systemische“ Arbeit und Familienaufstellung anzubieten, nach welcher Lehre konnte oder wollte sie auf Nachfrage nicht beantworten. Ihre „ganzheitliche“ vegane Ernährungsberatung ist ab 75 Euro pro Stunde zu haben; Weiterlesen „Vegane Muttis mit Globuli-Hausapotheke“

Was wilde Kerle lesen

Wie Sozialisation geht, erklärt der »Kinder-Spiegel«: »Hört ein Mädchen immer wieder, wie süß es mit Kleidchen und Glitzerhaarspangen aussieht, wird es sich wahrscheinlich öfter so anziehen und sich Freundinnen mit Kleidchen und Glitzerspangen aussuchen. Später interessiert sich diese Mädchenclique dann vielleicht eher für Einkaufsbummel und Romane als für Fahrradreparaturen und Naturwissenschaften.« Weiterlesen „Was wilde Kerle lesen“