Corona, Attila Hildmann und das Judentum: eine Umfrage von Veganer*innen für Veganer*innen

Screenshot: vegan.eu

In der „taz“ vom vergangenen Wochenende zitiert Arno Frank eine nicht repräsentative, anonyme Onlineumfrage des Internetportals vegan.eu,[1] die mit tendenziösen Fragestellungen zu dem Ergebnis kommt, Veganer*innen lehnten rechtes Gedankengut radikal ab (95 Prozent) und seien besonders unempfindlich gegenüber Verschwörungsnarrativen (87 Prozent). Auch die Mopo verzichtete in ihrer Berichterstattung auf eine Einordung.[2] Und die Galionsfigur des wissenschaftlichen Veganismus, Niko Rittenau, wertete die Umfrage sofort als eindeutigen Beweis dafür, dass Veganer*innen sich kaum bis gar nicht von Verschwörungserzählungen beeinflussen ließen und praktisch immun dagegen seien.[3] Weiterlesen „Corona, Attila Hildmann und das Judentum: eine Umfrage von Veganer*innen für Veganer*innen“

Neuer Vortrag: »Vegan ist nicht genug«. Zur Unmöglichkeit der Revolution im Supermarkt

Der erste Termin für mein Plädoyer für Kapitalismus- statt Konsumkritik steht bereits fest: Am 23. April referiere ich an der Uni Köln zur Unmöglichkeit der Revolution im Supermarkt, mit einem Schwerpunkt zu Veganismus als Teil von Konsumkritik (18 Uhr im Raum S180 im Modulbau (906) an der humanwissenschaftlichen Fakultät).

Hier der Ankündigungstext: Weiterlesen „Neuer Vortrag: »Vegan ist nicht genug«. Zur Unmöglichkeit der Revolution im Supermarkt“

Ware Tier

Bild: Universal Pictures Germany
Bild: Universal Pictures Germany

Ware Tier (Regie: Christian Rohde, Universal Pictures Germany 2007, 135 Minuten)

Schon vor Jahren hatte ich diese dreiteilige Dokumentation im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesehen. Die Bilder der federlosen, blutiggepickten Hühner, der Kühe, die mit ihren auf Turboleistung übergroß gezüchteten Eutern kaum noch laufen können und nach wenigen Jahren Dienst ausgemustert werden – und auch die stumme Welt der Fische, Tiere, die noch weniger Empathie als Säugetiere oder Vögel von uns zu erwarten haben, weil sie auf der Evolutionsleiter so viel weiter unter uns angesiedelt sind und weil sie keine schrillen Todesschreie ausstoßen können… Weiterlesen „Ware Tier“

Tofuschnitzel statt Kalbsbraten

Bild: Polyband Medien
Bild: Polyband Medien

Cowspiracy – Das Geheimnis der Nachhaltigkeit (Regie: Kip Andersen und Keegan Kuhn; Polyband Medien 2014; 86 Minuten)

Wie nett von Regisseur Kip Andersen, dass wir bei seinen brisanten Entdeckungen hautnah dabei sein dürfen: Der naive, aber smarte Sunnyboy stolpert über die (in der Tat verheerenden) Folgen der industriellen Tierproduktion für Natur, Umwelt und Klima und entdeckt – Überraschung! –, dass große Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace in erster Linie Wirtschaftsunternehmen sind Weiterlesen „Tofuschnitzel statt Kalbsbraten“

Wieso soll Sterben gut sein für ein Tier?

Bild: Edition Provieh
Bild: Edition Provieh

Christa Ludwig: MassenHaft (Edition Provieh, Kiel 2013, 167 Seiten, € 8,90, zur Leseprobe)

1997 erschien der Jugendroman Die Federtoten der Kinder- und Jugendbuchautorin Christa Ludwig. Inzwischen liegt er in überarbeiteter, aktualisierter Form und mit neuem Titel wieder vor. Darin werden zwei Geschichten erzählt, die doch eng miteinander verknüpft sind. Die eine ist die Lebens- oder vielmehr Leidensgeschichte eines Brathähnchens unter Tausenden, namenlos, nie anders bezeichnet als mit dem sächlichen Pronomen „es“. Die andere handelt von drei Jugendlichen, die hinter die Kulissen der Massentierhaltung blicken und kaum glauben können, was sie sehen. Und dann gibt es noch ein kleines Mädchen, Sarah, sechs Jahre alt und viel zu neugierig… Weiterlesen „Wieso soll Sterben gut sein für ein Tier?“

Tiere sollten in unserer Ethik herumlaufen

Bild: C. H. Beck
Bild: C. H. Beck

Hilal Sezgin: Artgerecht ist nur die Freiheit. Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen (C. H. Beck, München 2014, 301 Seiten, 2. Auflage, € 16,95)

Eigentlich müsste man jeden Satz aus diesem Buch zitieren. Hilal Sezgin legt mit Artgerecht ist nur die Freiheit ein moralphilosophisches Handbuch vor, das intelligent, verständig und so deutlich wie nachvollziebar zeigt, dass und warum nichtmenschliche Tiere einen Platz in unserer Vorstellung von Ethik haben sollten, ja: brauchen. Weiterlesen „Tiere sollten in unserer Ethik herumlaufen“

Einblicke in die Mechanismen der Tierindustrie in Krimiform

Bild: KiWi
Bild: KiWi

Wolfgang Schorlau: Am zwölften Tag. Denglers siebter Fall (KiWi, Köln 2013, 352 Seiten, € 9,99)

Das Buch ist als Krimi ausgelobt, jedoch haben wir es hier vielmehr mit einem Gesellschaftsroman zu tun, der ausgesprochen kritisch die Zustände in der Tierhaltung thematisiert und hinterfragt. Eine Gruppe von vier Jugendlichen recherchiert im Sumpf der Tierausbeuter, steigt in Ställe ein und dokumentiert das Leben und Leiden der dort gehaltenen Puten, Hühner und Kälber. Bei einer Aktion werden sie erwischt und festgesetzt. Weiterlesen „Einblicke in die Mechanismen der Tierindustrie in Krimiform“