Einsatzbesprechung 02/15: Derek B. Miller: Ein seltsamer Ort zum Sterben

Bild: Rowohlt
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Derek B. Miller: Ein seltsamer Ort zum Sterben (Rowohlt, Reinbek 2013, 416 Seiten, € 14,99)

Jüdische Woche auf dem Nachttisch: Heute begeben wir uns literarisch auf einen weiteren Roadtrip, diesmal durch Norwegen, mit einem 82-jährigen Protagonisten, dem Demenz nachgesagt, der von seiner Enkelin aus der amerikanischen Heimat nach Oslo importiert und der zu allem Unglück – oder vielmehr Glück, zumindest für den Leser, die Leserin – in einen Mord- und Totschlagfall hineingezogen wird, in dem ein kleiner Junge in Paddington-Bär-Gummistiefeln, zwei alte Gewehre namens Moses und Aron und, ganz wichtig: Blaubeermuffins eine Rolle spielen – gewürzt mit einer ordentlichen Portion schwärzestem Humor wird es auf gut 400 Seiten nie langweilig, wobei der Spagat zwischen Sheldon Horowitz‘ ereignisreicher, auch tragischer Vergangenheit und dem Abenteuer im norwegischen Exil dem Autor glückt, während wir seinen widerborstigen alten Mann mit jeder Seite ein bisschen sympathischer finden und die Wortgefechte zwischen den Figuren uns auf mancher Zugfahrt leise auflachen lassen, wenn etwa Sheldon seinen Schwiegerenkel Lars fragt:

„Du hast jüdische Gewehre?“ – Lars lächelt. „Ach so, nein. Eine Winchester und eine Remington. Sie sind nach den zwei Kanonen in Drøbak benannt, die das deutsche Schiff im Krieg zum Sinken brachten. Im Fjord.“

 

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