Lieblingskinderbuch

Bild: Oetinger
Bild: Oetinger

Ulf Nilsson, Eva Eriksson: Liebes kleines Schweinchen (Oetinger, Hamburg 1983, 30 Seiten, antiquarisch)

Es ist Zeit für eine neue Verschlagwortung: Lieblingskinderbücher! Dieses Buch ist in meinem Geburtsjahr erschienen und meine Eltern haben es glaube ich auch kurz nach meiner Geburt gekauft. Es hat heute einen besonderen Platz bei uns im Wohnzimmerschrank und in meinem Herzen ohnehin. Mir kommen heute manchmal noch die Tränen, wenn ich die Geschichte lese. Sie ist in sich stimmig, toll illustriert, regt zum Nachdenken an – über unser Verhältnis zu Nutztieren, über „normale“ Familienkonstellationen, über Freiheit, Freundschaft, Liebe und was wir damit verbinden. Leider ist es nur noch antiquarisch erhältlich, aber die Suche in den Online-Antiquariaten lohnt sich! Mein kleines liebes (und freches!) Patenschwein Rosa-Mariechen hat es auch bekommen, als ich sie das erste Mal besucht und kennengelernt habe. Schweine sind wunderbare Tiere. Dieses Buch hilft auf ganz einfache Weise, das zu erkennen und zu vermitteln – zum Vorlesen, Selberlesen und Immerwiederlesen.

Die Geschichte

Petra, Peter und Papa erleben in der Schweinefabrik (so wird der Betrieb tatsächlich im Buch genannt) die Geburt von 13 kleinen Schweinchen mit. Das 13. ist so mickrig, dass es sofort getötet werden soll. Da nehmen sie es mit nach Hause. Aufgepäppelt entdeckt Pelle, so heißt das Schweinchen jetzt, lauter spannende Dinge: Kinderfernsehen, Ballspielen und Baden. Mit Spaghetti und Tomatensauce wächst das kleine Schweinchen bald zu einem riesengroßen Schwein heran, das kaum noch in die Badewanne passt und vom heimlich verabreichten Kraftfutter schlechte Laune hat. Schließlich nimmt Pelle Reißaus, läuft weg von den Menschen, weg von den Häusern. Da kommt er zu einem Feld und einem Wald. Hier lässt es sich gut leben, und nachts findet er in einem verlassenen Garten leckere rote Äpfel. Pelle entdeckt die Freiheit und sie gefällt ihm saugut. Mit „seinen“ Menschen kann er sich am Waldrand treffen, aber in der Stadt will er nicht wieder leben.

Die Zeichnungen sind mit sehr viel Liebe gemacht und die Konstellation alleinerziehender Vater mit zwei Kindern (und dann noch einem Ferkelchen) hat man bei Erscheinen des Buchs sicher kaum in einem anderen Kinderbuch gefunden. Ich liebe dieses Buch und lese es auch im Erwachsenenaltern immer wieder gern. Und wenn Pelle ausreißt, kommen auch mir manchmal wieder die Tränen, so traurig ist diese Stelle… Aber das Ende entschädigt für alles: Pelle geht es gut, er genießt Wind, Sonne und Freiheit und „seine“ Menschenfamilie weiß, wo sie ihn besuchen kann. Denn niemand sollte eingesperrt oder für irgendetwas benutzt werden.

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