Filme

Andere Tiere schätzen- und kennenlernen

Zoos und Tierparks werben damit, uns „wilde und exotische Tiere“ näher bringen zu wollen und sich für den Artenschutz zu engagieren. Tatsache ist, dass insbesondere Publikumslieblinge wie Löwen, Elefanten und andere Großsäuger im Zoo nicht artgerecht gehalten werden können. Viele in Gefangenschaft (neben Zoos und Tierparks sind hier auch Zirkusse zu nennen) gehaltene Tiere zeigen teils schwere Verhaltensstörungen: Bei Elefanten sieht man häufig das sogenannte Weben, ein ständiges Schaukeln mit dem Körper; Tiger, Löwen und Wölfe kann man dabei beobachten, wie sie ständig am Gitter hin und her laufen, und manche Tiere verletzen sich sogar aus Langeweile selbst. Bis in die 1940er Jahre waren auch Völkerschauen in Zoos und Zirkussen noch en vogue – hier wird deutlich, dass die Abwertung von Menschen als „minderwertigen Rassen“ und Tieren und ihr Ausschluss aus der moralischen Gemeinschaft etwas gemeinsam haben: Lebewesen werden als Ware betrachtet und gehandelt, ein eigener Wert wird ihnen nicht zuerkannt.

In solchen Betrieben, die der Zurschaustellung von Lebewesen dienen, wird man kaum etwas über die Verhaltensweisen und Bedürfnisse der Gefangenen lernen. Allenfalls lernt man, wie sich ein eingesperrtes Tier verhält, das unter ständiger Observation durch Besucher und Personal steht.

Ich möchte daher einige Filme vorstellen, die einen Eindruck von frei lebenden Tieren, ihrem Verhalten, ihren Freundschaften, ihren Streitigkeiten und ihren Gefühlen vermitteln. Die Auswahl ist bisher überschaubar, da die meisten Tier- und Naturdokumentationen sich auf Themen wie „Fortpflanzungstrieb“ und „Überlebenskampf“ konzentrieren, während Zuneigung, Spiel und Liebe großzügig ausgeblendet werden, da auch Tierfilmer offenbar den Vorwurf der Vermenschlichung fürchten. Was von solchen Filmen dann übrig bleibt, ist der Eindruck, die Natur sei prinzipiell grausam und der Kampf ums Überleben ihr bestimmendes Element.

Amy und die Wildgänse (Regie: Carroll Ballard, mit Jeff Daniels und Anna Paquin, Sony Pictures Home Entertainment 1996, 103 Minuten)

Animals in Love (Regie: Laurent Charbonnier, Universum Film 2008, 82 Minuten)

Mikrokosmos (Regie: Claude Nuridsany und Marie Pérennou, Arthaus 2005, 72 Minuten)

Serengeti (Regie: Reinhard Radke, Universum Film 2011, 98 Minuten)

Wächter der Wüste (Regie: James Honeyborne, Universum Film 2009, 80 Minuten)

 

Leben und Leiden der Nutztiere

Nichtmenschliche Tiere werden von vielen Menschen eingeteilt in Haustiere, Nutztiere und Wildtiere. Unterkategorien der Nutztiere sind zum Beispiel Zootiere, Zirkustiere oder Versuchstiere. Wie absurd und willkürliche diese Einteilung ist, merkt man, wenn man sich die Frage stellt, ob man denn auch Hund oder Katze zum Abendessen verspeisen oder die Milch von Meerschweinchen oder Elefanten trinken würde.

Es gibt inzwischen diverse Dokumentationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die das Leben und Leiden von Nutztieren zum Thema haben. Da die Form der Bearbeitung und die gezeigten Bilder kaum variieren, soll eine kleine Auswahl reichen.

Cowspiracy – Das Geheimnis der Nachhaltigkeit (Regie: Kip Andersen und Keegan Kuhn; Polyband Medien 2014; 86 Minuten)

The Ghosts in our Machine (Regie: Liz Marshall, mit Jo-Anne McArthur, Ghosts Media 2013, 92 Minuten)

Ware Tier (Regie: Christian Rohde, Universal Pictures Germany 2007, 135 Minuten)

 

Veganismus und vegane Ernährung

Gabel statt Skalpell (Regie: Lee Fulkerson, Polyband/WVG 2012, 92 Minuten)

Hope for all. Unsere Nahrung – unsere Hoffnung (Regie: Nina Messinger; Österreich, Tiberius Film 2016; 100 Minuten)

Live and let live. Ein Dokumentarfilm über Veganismus (Regie: Marc Pierschel, Mindjazz Pictures 2014, 80 Minuten)

 

Sonstiges

Halali oder der Schuss ins Brötchen (Regie: Joachim Roering, Studio Hamburg Enterprises 2015, 95 Minuten)

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