Bücher suchen & finden mit Eurobuch

eurobuch„Eurobuch, was soll das denn sein?“ – Seit Jahren empfehle ich diese Webseite allen buch- und leseaffinen Menschen, die mir so über den Weg laufen. Und was ist das jetzt? Eine Metabuchsuchmaschine (schönes Wort, ich weiß – ein Hoch auf die deutsche Sprache und ihre schier unbegrenzten Möglichkeiten zur Bildung von Komposita), die mittels Eingabe von Informationen zu Autor*in, Titel, ISBN und Verlag in eine Suchmaske eine ziemlich beeindruckende Zahl* von Online-Buchanbietern und -Antiquariaten durchforstet und eine Trefferliste auswirft, die man anschließend nach verschiedenen Kriterien (im einzelnen: Autor, Titel, Preis, Preis + Versand, Land und Erscheinungsjahr) sortieren lassen kann, wobei die Selektion nach Preis inklusive Versandkosten für die meisten Benutzer*innen am interessantesten sein dürfte.

Die Suchmaske
Die Suchmaske

Besonders für Titel, die kaum noch auffindbar sind, eignet sich die Seite hervorragend.
Nehmen wir zum Beispiel Wovon Schafe träumen. Das Seelenleben der Tiere von Jeffrey M. Masson, bei Amazon momentan (1.3.2015) für knapp 33 Euro zu haben – für ein Taschenbuch! Nun, wir wissen ja, wie das im Kapitalismus mit Angebot und Nachfrage funktioniert… Aber schauen wir mal, ob Eurobuch nicht noch die eine oder andere Alternative ausfindig macht:

Suche "Wovon Schafe träumen"
Suche „Wovon Schafe träumen“

Und tatsächlich: Immerhin noch zwei günstigere Angebote findet die Suchmaschine innerhalb weniger Sekunden. Wem auch die 19,60 € noch zuviel sind, der kann die Suche ans Schwarze Brett pinnen (insgesamt sind bis zu 20 Suchaufträge möglich; für die Nutzung ist eine gebührenfreie Registrierung erforderlich) und erhält dann automatisch eine Benachrichtigung per E-Mail, wenn bei einem der Anbieter ein neues Angebot gelistet wird. Ich habe auf die Art für eine Freundin mal ein seit Jahren vergriffenes Buch gefunden, sie hat sich riesig darüber gefreut. Und erst vor ein paar Tagen habe ich dank dieser Suchen-und-Finden-Möglichkeit ein vielversprechendes Buch bestellen können, für das selbst Eurobuch nur noch zwei Treffer liefern konnte, Glück gehabt! Zumindest für Massons Schafe gibt es aber darüber hinaus eine ganz simple günstige Alternative für diejenigen, die der englischen Sprache mächtig sind: Die englische Originalausgabe ist unter dem Titel The Pig Who sang to the Moon zu finden und für wenig Geld erhältlich.

Einige praktische Tipps für eine erfolgreiche Suche bieten die Seitenbetreiber außerdem an: Im Feld Autor ist es sinnvoll, lediglich den Nachnamen einzufügen, da viele Antiquariate die Vornamen abkürzen und diese Einträge dann nicht gefunden werden. Auch beim Titel kann es hilfreich sein, nicht den vollständigen Titel (womöglich noch samt Untertitel) einzugeben, sondern sich auf prägnante Schlagworte zu konzentrieren (Artikel und Konjunktionen etwa können problemlos weggelassen werden).

Detailsuche
Detailsuche

Relativ neu ist die Möglichkeit, die Sprache der Webseite zu wechseln: Man kann sie sich über den bunten Globus oben links inzwischen auf Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch und Portugiesisch anzeigen lassen – auf Französisch heißt sie dann etwa Eurolivre.fr. Ebenfalls noch nicht lange verfügbar ist die Möglichkeit, gezielt nach Ebooks, Hörbüchern und Musik zu suchen. Als Ausschlusskriterien für die Suchanfrage bietet die Seite zusätzlich nützliche Kategorien in der Detailsuche: mit oder ohne Auktionen, von privat oder vom Händler, neu oder gebraucht, gebunden oder als Taschenbuch, zudem ist eine Einschränkung der durchsuchten Anbieter möglich.

Hat man schließlich gefunden, wonach man gesucht hat, steht man eventuell vor der Frage, ob man nun bei einem bis dato unbekannten Anbieter zugreift, da dieser das günstigste Angebot eingestellt hat, oder lieber etwas mehr zahlt und bei einem bereits vertrauten Online-Buchhändler bestellt. Diese Entscheidung ist nicht ganz unwichtig, denn je mehr Online-Dienstleister persönliche Daten wie Hausanschrift, E-Mail-Adresse und Kontoverbindung von einem besitzen, umso mehr steigt auch die Gefahr, dass man Opfer eines Datenlecks wird. Meiner Erfahrung nach landen relativ häufig Ergebnisse von Booklooker auf den oberen, sprich: günstigsten Plätzen, dies ist daher für mich sehr oft die erste Wahl.

Finanziert wird Eurobuch zum Teil über sogenannte Power-User-Mitgliedschaften, die 60 Euro pro Jahr kosten. Für normale private Suchvorgänge ist der kostenlose Premium-User-Account aber vollkommen ausreichend, so man denn überhaupt einen benötigt. Interessant wird es hier nämlich erst, wenn man auf der Suche nach einem vergriffenen Titel ist und wie oben beschrieben etwas ans Schwarze Brett heften möchte. Das weitaus wichtigere Finanzierungsmodell ist aber das sogenannte Affiliate-Programm: Hat ein Kunde den gewünschten Titel über Eurobuch gefunden und nutzt die direkte Weiterleitung zur Seite des entsprechenden Anbieters, erhält Eurobuch nach erfolgreicher Transaktion eine Provision für die Vermittlung.

Ich kann diese Webseite wirklich nur empfehlen, wenn man auf der Suche nach gebrauchten und/oder antiquarischen Büchern ist. Sie ist schnell, übersichtlich und benutzerfreundlich. Bei Amazon würde ich eine Fünf-Sterne-Bewertung geben.

* Laut Eurobuch.com sind es rund 60.000 Anbieter mit insgesamt 250 Millionen Titeln, darunter die üblichen Verdächtigen: Amazon, Booklooker, Ebay, AbeBooks, ZVAB und Libri, darüber hinaus auch Antiquariate im Ausland

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