Guter Überblick für Neu-Veganer*innen

Bild: Compassion Media
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Marc Pierschel: Vegan! Vegane Lebensweise für alle (Compassion Media, Münster 2012, 160 Seiten, 4. Auflage, € 10,90)

Auf rund 150 Seiten stellt Marc Pierschel die „Vegane Lebensweise für alle“ vor. In der Kürze muss manches nur angerissen bleiben, doch für den Einstieg in den ethischen Veganismus ist dieses Buch sehr gut geeignet. Es beginnt mit einer kurzen Geschichte des Veganismus, legt die Gründe dar und klärt darüber auf, wie Tiere in der Tierproduktion leben und leiden müssen, damit Menschen Fleisch, Eier, Milch, Honig, Pelz, Leder und Wolle konsumieren können. Abschnitte über Tierversuche, Zirkus, Zoo und Jagd ergänzen das Kapitel „Was niemand wissen soll“. Auch die Bio-Haltung kommt hier nicht gut weg, es wird klar darauf hingewiesen, dass Bio-Tiere genauso wenig artgerecht gehalten werden wie konventionell gehaltene Tiere und dass auch Bio-Haltung in den allermeisten Fällen Massentierhaltung bedeutet.

Im dritten Kapitel widmet Pierschel sich Tierschutz, Tierrechten und Tierbefreiung und macht den Unterschied zwischen den ersten beiden Bewegungen deutlich: Die Tierschutzbewegung strebt Veränderungen innerhalb des Systems an, wie z.B. kürzere Tiertransportzeiten. Der Tierrechtsbewegung geht es um die Etablierung von Tierrechten und die Abschaffung der Tierausbeutung.

Die Angaben über Nährstoffe wie Vitamine und Spurenelemente sind richtig, besonders Pierschels Ausführungen zu B12-Quellen und der Verwechslungsgefahr durch B12-Analoga (in manchen Algen, Sauerkraut, Sprossen) ist hier hervorzuheben. B12 sollte daher auf jeden Fall supplementiert werden, um einen Mangel gar nicht erst entstehen zu lassen.

Die vegane Lebensweise beinhaltet immer auch die Frage danach, welche Stoffe bei der Herstellung von Produkten (ob zum Verzehr oder zum Gebrauch) verwendet werden. Hierauf geht Pierschel im fünften Kapitel ein und weist u.a. auf tierkohleraffinierten Zucker, unvegane Aromen und die Klärung von Säften und Weinen mittels Gelatine hin. Im Anhang findet sich zusätzlich eine Tabelle mit unveganen und potentiell unveganen Stoffen, die sich hinter den berüchtigten E-Nummern verbergen. Pierschel betont auch die Wichtigkeit von Produktanfragen.

Im achten Kapitel gibt der Autor schlagfertige Antworten auf Fragen, mit denen Veganer*innen sich immer wieder konfrontiert sehen werden: „Was kannst du denn dann noch essen?“, „Woher bekommst du dein Protein?“ oder Aussagen wie „Menschen haben schon immer Fleisch gegessen“. Sechs Beispiele dafür, was man dann noch essen kann, gibt es als Rezepte dazu. Sie stammen aus dem kleinen praktischen Kochbüchlein Vegan lecker lecker!, das Pierschel gemeinsam mit Freund*innen verfasst hat und eine Vielzahl einfacher Einsteigerrezepte bietet.

Einige der Literaturtipps hätten vielleicht noch einmal überdacht werden sollen bzw. einen kritischen Kommentar verdient. So zum Beispiel Jonathan Safran Foer: Der Autor von Tiere essen macht Werbung für „Happy Meat“. Bis auf wenige Ausnahmen wie diese sind die Link- und Buchtipps allerdings wertvoll und geeignet für die weitere Recherche.

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